Liebe Förderinnen und Förderer,
liebe Mitglieder des PWB!

 

Ein Jubiläumsjahr liegt hinter uns. Wir dürfen dankbar zurückschauen und Ausblick nehmen, was kommen wird. Im Rahmen des 60 jährigen Bestehens des PWB in der Diözese Mainz feierten wir mit Dr. Peter Birkhofer, Leiter des Zentrums für Berufungspastoral in Freiburg, bei unserer Hauptvollversammlung im April einen beeindruckenden Gottesdienst in der Augustinerkirche. Er hat den Mitgliedern des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe in der Diözese Mainz für ihr Gebet und ihr Engagement gedankt.

„Das Herzstück aller Pastoral ist die Berufungspastoral, das Herzstück der Berufungspastoral ist das Gebet“,

sagte Birkhofer. In diesem Zusammenhang durften wir auf das 25 jährige Dienstjubiläum von Schwester Brigitta zurückschauen, die in diesem Jahr darüber hinaus noch zur Generaloberin gewählt worden ist. Die Gebetsgemeinschaft in Seligenstadt (25 Jahre) reihte sich in die Feierlichkeiten mit ein. Ein viertel Jahrhundert beten Männer und Frauen in Treue für geistliche Berufe. Zum erstenmal fand am Weltgebetstag um geistliche Berufe ein zentraler Gottesdienst mit unserem Weihbischof Dr. Guballa im Dom statt. Priester, Ordensleute und einige Mitglieder des PWB gestalteten diese Messfeier. Ein weiterer Höhepunkt unseres Jubiläumsjahres war die alljährliche Wallfahrt. Über 130 Pilger waren nach Bad Wimpfen aufgebrochen. Weihbischof em. Dr. Eisenbach begleitete uns den ganzen Tag und feierte den Festgottesdienst. Ein Jahr des Feierns und des Dankens liegt hinter uns.

Ein Jahr, in dem wir Zeugen seiner Botschaft sein durften, durch unser Gebet, durch unsere finanzielle Unterstützung und durch das Leben und Handeln in unseren Gemeinden. Seid meine Zeugen! So lautet das Jahresmotto für das Jahr 2008. Was bedeutet Zeugenschaft?

Ein Zeuge muss wirklich eine Erfahrung gemacht haben, die ihn in seinem Leben betroffen hat, und er muss zugleich das Bewusstsein des Gebrauchtwerdens haben. Es geht um weit mehr als bloß das Weitergeben einer Botschaft, die Mitteilung einer religiösen Überzeugung oder das Weitererzählen alter schöner Geschichten. Hier geht es um die Wahrheit Gottes und die Wahrheit des menschlichen Lebens.

Was macht ein Zeugnis glaubwürdig? Die Authentizität eines Zeugen, seine Wahrhaftigkeit. Wort und Tat müssen sich entsprechen und heilvoll sein für ihn selbst und für die, denen er bezeugt. Das Zeugnis muss zur Wahrheit führen, eine wichtige umfassende Lebensperspektive aufzeigen, Weg, Wahrheit und Leben eröffnen. An dem Zeugen, an seinem Mensch-Sein muss man das ablesen können; es kommt darauf an, wie er das tut was er tut, wie er verkündet, wie er bezeugt.

Was ist der Sinn des Zeugnisses, wozu braucht es Zeugen? Es geht um Gott selbst. Er sendet Jesus; Jesus sendet Zeugen aus. Es geht darum, andere um ihrer selbst willen, um ihres Heiles willen von dieser Wahrheit Gottes zu überzeugen.

Die Situation, in die hinein das Zeugnis geschieht oder in der es gesprochen wird, muss passen. Von der Begegnung des Kornelius mit Petrus wird z.B. berichtet, dass man einige Tage zusammenblieb im Kreis der Familie, Freunde und Bekannten. Die Ausdrucksweise, die gewählten Worte und Beispiele müssen vom Gegenüber verstanden werden können. Dazu muss der Zeuge bemüht sein, die Lebenswelt seines Gegenübers annähernd zu verstehen. Nur auf diese jeweilige Lebensgeschichte hin lässt sich ein Zeugnis verständlich machen. Es braucht eine Haltung der Neugier und des Interesses am anderen. Ich brauche ein gewisses Maß an Übung, um über den eigenen Glauben sprechen und die eigenen Erfahrungen in Verbindung mit der Heiligen Schrift und dem Glauben der Kirche setzen zu können.

Ein Zeugnis muss auch auf fruchtbaren Boden fallen; der Gegenüber muss empfänglich sein zur Wahrnehmung des Zeugnisses. Das kann man nicht machen, sondern eigentlich nur geschehen lassen: Ob ein Zeugnis gelingt und Früchte trägt, ist letztlich von der Gnade Gottes abhängig.

Einfach Erfahrungen weiter zu erzählen ist noch kein Zeugnis. Nur Überzeugungen weiterzugeben macht die Sache nicht glaubhaft. Der Zeuge wird dann überzeugend, wenn die Erfahrung verantwortet und glaubhaft auf Gott hin gedeutet wird: Erfahrung und Überzeugung brauchen einander. Daraus ergibt sich: sich gesandt wissen, Stimme und Zeuge zu sein, damit die Ankunft des Herrn auch in unseren Tagen geschehen kann.

Das nahende Weihnachtsfest ist wieder eine Gelegenheit mich für Ihr Zeugnis, Ihre Treue und Zuverlässigkeit im Gebet und in der Unterstützung der Berufungspastoral zu bedanken. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass Sie alle Zeugnis geben von der Liebe des kommenden Christus.

Im Namen von Schwester Brigitta und Frau Müller wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

 

Martin Berker, Pfr.