PWB Wallfahrt 2011
auf die Liebfrauenheide und nach Seligenstadt

Auf den Spuren von Bischof Ketteler
Man konnte es sich ganz gut vorstellen, wie es gewesen war am 25. Juli 1869, als Bischof von Ketteler vor 10 000 Arbeitern seine berühmte Predigt auf der Liebfrauenheide bei Klein-Krotzenburg gehalten hat.
Nicht 10 000, aber immerhin 60 Mitglieder des PWB machten sich am
21. September 2011 begleitet von dem Team der Diözesanstelle Berufe der Kirche auch auf den Weg zur Liebfrauenheide. Ein großer Teil reiste mit dem Bus an, einige kamen mit dem eigenen Auto oder sogar mit dem Fahrrad. Bei herrlichem Wetter konnte man es gut an diesem wunderschönen Ort aushalten. Die heutige Kapelle geht auf eine Initiative von Bischof von Ketteler zurück, der die Anziehungskraft dieses Ortes zu schätzen wusste. Ein geschnitztes Vesperbild der Schmerzhaften Gottesmutter Maria aus der Zeit um 1620 lädt viele Pilger und Durchreisende ein, zu beten und zu verweilen.
Ein kurzes Rosenkranzgebet diente der Einstimmung auf den Tag.
Um 11.00 Uhr feierte die Gruppe dann die Eucharistie, die von Pfr. Lerchl, Diakon Mackrodt und Pastoralreferentin Rieth gestaltet wurde. Die große Predigt des "Sozialbischofs" von Ketteler durfte natürlich nicht fehlen. Bischof von Ketteler stellte sich auf die Seite der Arbeiter und hatte sechs Forderungen an die Gesellschaft: gerechter Lohn, gemessen an dem wahren Wert der Arbeit, Verkürzung der Arbeitszeit, Gewährung von Ruhetagen, Verbot von Kinderarbeit in den Fabriken und Verbot der Fabrikarbeit für schulentlassene Mädchen. Er stellte diese Forderungen nicht losgelöst von der Frage nach dem rechten Glauben und der rechten Gesinnung. Die ganzen Verbesserungen der Lebensumstände nützten dem Arbeiter nichts, wenn er sie nicht dazu gebrauche, ein Leben mit Gott zu führen.
Große Passagen dieser Rede waren in der Eucharistiefeier zu hören. Pfr. Lerchl verstand es, die Gedanken von Kettelers ins Heute zu übertragen und zum Beispiel daran zu erinnern, wie viel von unserem Wohlstand von der Arbeit vieler Menschen aus Entwicklungsländern abhängt, die unter ungerechten Bedingungen arbeiten müssen.
Nach der Eucharistiefeier fuhr die Gruppe dann weiter nach Seligenstadt zum Restaurant "Zu den drei Kronen".
Nach einem ausgiebigen und köstlichen Mittagessen am Marktplatz von Seligenstadt und einer sich anschließenden kurzen Freizeit trafen sich alle wieder um 15.30 Uhr in der Basilika St. Marcellinus und Petrus, um gemeinsam die Vesper zu feiern. Neben Psalmen und Liedern standen kurze Zitate aus den Adventspredigten von Bischof von Ketteler im Mittelpunkt der Betrachtung. Vorgetragen von Janina Adler. Damals im Jahr 1848 wie heute sind dessen Appelle für Freiheit in Leben und Glauben und für gegenseitiges Verständnis wegweisend und hoffnungsbringend. Verknüpft mit dem Motto des diesjährigen Papstbesuchs "Wo Gott ist, da ist Zukunft" waren diese Zitate Ausblicke in den kommenden Alltag hinein. Gestärkt durch den sakramentalen Segen verließen dann auch alle frohen Mutes die Kirche und machten sich zurück auf den Weg nach Hause.
Das Team aus der Diözesanstelle zog zufrieden Bilanz aus der gemeinsam verbrachten Wallfahrt. Auch nächstes Jahr wird es wieder eine PWB-Wallfahrt geben, es gibt noch viele schöne Orte im Bistum Mainz zu entdecken.


